Schon heute gibt es über 3,5-mal mehr E-Zapfstellen als Benzin-Tankstellen. Allein in Deutschland stehen aktuell rund 50.000 öffentlich zugängliche Stromladepunkte zur Verfügung. Der Anteil an Schnellladepunkten lag per 1. Dezember 2021 bei über 16 Prozent.

Ob in einer bestimmten Region genügend Ladepunkte vorhanden sind, lässt sich mit der folgenden Formel leicht ermitteln.

Bis 2025: Anzahl E-Autos * 3 bis 5 Prozent = Anzahl der benötigten Schnellladepunkte
Ab 2025: Anzahl E-Autos * 2 bis 3 Prozent = Anzahl der benötigten Schnellladepunkte

Unabhängig von der Art der Ladestation – ob AC oder DC – empfiehlt die EU mindestens eine Ladestation pro zehn Elektrofahrzeuge. Die Ladeinfrastruktur sollte dem Bedarf aber immer einen Schritt voraus sein. Deshalb muss die Zahl der Ladepunkte schneller steigen als die Zahl in Verkehr gesetzter E-Autos. Und der Fahrzeugbestand wächst seit Jahren exponentiell. Wichtiger als die absoluten Zahlen ist jedoch die räumliche Verteilung der Ladeinfrastruktur. Schnelladestationen werden vor allem an den Autobahnen und Verkehrsknotenpunkten benötigt. Sinnvoll sind Schnelladeparks alle 50 bis 100 km entlang aller wichtigen Autobahnachsen. Für Berufsfahrer und -pendler, die weite Strecken zurücklegen, ist das Laden an Raststätten oder Schnelladeparks sinnvoll und auch notwendig.

In allen anderen Fällen sind AC-Ladestationen völlig ausreichend. Im öffentlichen Raum sollten sie für kurzes Zwischenladen an viel frequentierten Orten wie Supermärkten, Shoppingcentern, Restaurants, Konzerthallen, Sportstadions, Fitnesscentern und Institutionen stehen. Hier muss grundsätzlich ein Umdenken stattfinden und nicht versucht werden, alte Gewohnheiten auf neue Möglichkeiten und Innovationen zu übertragen. Der Denkfehler liegt darin, dass man mit E-Autos extra zu Tankstellen fahren müsste, um die leergefahrenen Akkus „vollzutanken“.

Strom gibt es überall, entsprechend ist es möglich, die Standzeiten des Fahrzeugs zum Laden zu nutzen – das ist meist zu Hause oder am Arbeitsplatz. Neben dem Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und der Schnellladeparks sollte deshalb der Fokus vor allem auf den Aufbau der heimischen Ladeinfrastruktur gelegt werden.

Und das ist keine Herkulesaufgabe. Wenn man bedenkt, dass im Prinzip jede Stromquelle, also jede Haushalts- und Industriesteckdose, als Stromtankstelle genutzt werden könnte, hätte man in Deutschland schon heute rund 60 Millionen Stromladepunkte, die mit dem Juice Booster 2 zugänglich wären. Das wären dann über 1.000-mal mehr E-Zapfstellen als Tanksäulen.

 

Quellen:

silentMag 6/2021

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/E-Mobilitaet/Ladesaeulenkarte/start.html
https://www.next-mobility.de/agora-verkehrswende-fordert-bei-ladenetz-fuer-e-autos-auf-schnellladen-konzentrieren-a-1094803/?cmp=nl-393&uuid=06a5a06278c3382c53889e3b953b2b2d